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BAROV-Stück

Süddeutsche Zucker-Aktiengesellschaft

Aktie | Aug 1926 | 1 Stück zu 100 Reichsmark
Typ Aktie
Nummer 4657
Stückzahl 1
Nennwert 100 Reichsmark
Ausgabeort Deutschland, Mannheim
Ausgabedatum Aug 1926
Druckerei Giesecke & Devrient
Sprache Deutsch
Farbe grün, rosa, schwarz
Maße (HxB) 210mm x 297mm
Erwerbsjahr 2003
Beschreibung

Heute ein Unternehmen mit Weltbedeutung in der Zuckerindustrie. 1926 gegründet aus dem Zusammenschluss fünf süddeutscher Unternehmen (Frankenthal, Heilbronn, Offstein, Stuttgart, Waghäusel) und beherrscht aus dem Stand den süddeutschen Markt. Anders als die meisten Zuckerfabriken, die bäuerlich kontrolliert werden, ist die Süddeutsche Zucker-Aktiengesellschaft zunächst ein kapitalgesteuertes Unternehmen. In der krisenhaften Entwicklung der Zwischenkriegsjahre wird das Unternehmen zwischenzeitlich durch ein Syndikat kontrolliert, in dem neben der italienischen Montesi-Gruppe (rund 80%) auch die Interessen der jüdischen Familie Flegenheimer und der Deutschen Bank gebündelt sind. In der nationalsozialistischen Diktatur wurde die Familie Flegenheimer - unter denen Albert Flegenheimer die führende Person im Vorstand war, aus dem Unternehmen gedrängt (ebenso wie die italienisch beherrschten Aktionäre). Albert Flegenheimer floh über Mailand nach New York - kehrte aber nach 1945 in den Aufsichtsrat zurück. Kurzzeitig wird das Unternehmen dann von der Rabbethge und Giesecke AG aus Klein-Wanzleben kontrolliert. Übernahme von Beteiligungen an zahlreichen vor allem schlesischen Zuckerunternehmen (sowie unter anderem an der Kaiser Friedrich Quelle, der Ludwigshafener Walzmühle oder der Konservenfabrik Helvetia in Groß-Gerau).

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verliert die Süddeutsche Zucker die Beteiligung in Mittel- und Ostdeutschland sowie Osteuropa; die verbleibende Werke sind teilweise zerstört und die Startschwierigkeiten erheblich. Anfang der 1950er kommt es dann im Zuge der Errichtung einer Zuckerfabrik in Ochsenfurt, Bayern (Frankenzucker) auch zur bis heute bestehenden Beteiligung der süddeutschen Rübenanbauer (organisiert in der SZVG) an der Süddeutschen Zucker-Aktiengesellschaft. In den weiteren Jahren wächst die deutsche Produktion dynamisch und die Fabrikstruktur wird - wie in der ganzen Industrie - sukzessive angepasst (Übernahmen, Neubau, Ausbau und Schließungen). In den 80er und 90ern Fusion mit der Frankenzucker, Umbenneung in Südzucker AG, Übernahme bzw. Beteiligung an der Raffinerie Tirlemontoise (Belgien), Agrana (Österreich) und eines Teils der Zuckerfabriken in der ehemaligen DDR sowie weiterer Fabriken in Osteuropa. Außerdem wird das Geschäft außerhalb des Zuckerbereichs ausgebaut: Schöller (Eiskreme), Eismann (Tiefkühlkost). Heute hat der Konzern die Segmente Zucker, Spezialitäten (Lebensmittelzutaten), Cropenergies (Ethanol), Stärke und Frucht (Fruchtsaft und -zubereitungen). Noch heute börsennotiert und Mitglied des MDAX-Index.

Gründeraktie aus dem Jahr 1926 im zeittypischen Design - allerdings mit den Ortswappen der fünf Gründungsgesellschaften. Prägestempel mit Logo. Lochentwertet.

Quellen: Die Geschichte der Südzucker AG. 1926-2001, Unternehmensprofil | Südzucker AG (suedzucker.de) abgerufen am 7.10.2021